Masterstudiengänge Public Health und Epidemiologie
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Pettenkofer School

In München wurde vor Kurzem die "Pettenkofer School of Public Health München" (PSPH-LMU) als regionales Zentrum der interdisziplinären Gesundheitsforschung gegründet. Ziel ist die Stärkung der Vernetzung zwischen Forschung und Praxis im Public Health Bereich.

aktuelle Informationen zur Pettenkofer School

Max von Pettenkofer (1818-1901): Das Münchner Hygieneinstitut als Vorbild

Im 19. Jahrhundert besuchten Wissenschaftler aus der ganzen Welt Pettenkofers Hygiene-Institut, um von seiner Arbeit zu lernen. Hygiene im Sinne Max von Pettenkofers reichte über eine Infektionshygiene im engeren Sinn hinaus und zielte auf eine gesunde Umwelt im Ganzen. Er beschäftigte sich außerdem mit Fragen der gesunden Lebensführung und mit Fragen der gesundheitsökonomischen Begründung präventiver Maßnahmen. Das Zusammenspiel von Verhältnisprävention und Verhaltensprävention, das heute in Public Health zu Recht betont wird, war in seinem Denken bereits angelegt. Insofern ist es wenig verwunderlich, dass seine Konzepte und Methoden wegweisend für die Entwicklung von Public Health in vielen Ländern wurden.

Berühmt ist seine Auseinandersetzung mit Robert Koch zur Genese der Cholera. Zwar hatte Koch recht, was das mikrobiologische Agens angeht, vom umweltmedizinischen Blick her, das für die erfolgreiche seuchenhygienische Bekämpfung der Cholera viel entscheidend war, hat Pettenkofer letztlich auch bei der Cholera weiter gesehen.

Auch die Gründung der renommierten Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health – eine der führenden akademischen Public Health Institution in den USA – ist mit auf einen Besuch am Pettenkoferschen Institut in München zurückzuführen.

München verdankt Pettenkofer zahlreiche Verbesserungen der Stadthygiene, vom Ausbau der Wasserversorgung bis zur Kanalisation. Auch der berühmte Liebigsche Fleischextrakt ist übrigens eine Pettenkofersche Erfindung. Die Strasse an seinem ehemaligen Institut trägt heute seinen Namen - Pettenkoferstraße. Das Denkmal für den Chemiker, Apotheker, Arzt  und Hygieniker Max von Pettenkofer wurde im Jahr 1909 von Wilhelm Rümann geschaffen. Es steht am Maximiliansplatz (Foto von Alois Sturm, GNU Lizenz) 

Es sollte ein großes Ereignis für München werden: Im neu errichteten Glaspalast eröffnete am 15. Juli 1854 die "Erste Allgemeine Deutsche Industrieausstellung". Mehr als 6.000 Händler stellten aus, Tausende von auswärtigen Besuchern reisten an. Selbst Könige und Fürsten hatten ihren Besuch angesagt. Doch kurz nach der Eröffnung erkrankten zunächst Bedienstete der Ausstellung, bald darauf auch Besucher und Münchner Bürger. Panik brach aus: Es herrschte Cholera in München! Eine sofort eingesetzte Untersuchungskommission beauftragte Max von Pettenkofer, den Verbreitungsweg der Cholera zu untersuchen. Pettenkofer nahm die Herausforderung an. Sie sollte zu seiner Lebensaufgabe werden. (Quelle: www.br-online.de)

"Wenn wir gegenüber irgendeinem Problem nicht mehr weiter wissen, brauchen wir nur den Professor Pettenkofer zu rufen, der weiß bei allen Schwierigkeiten Rat." - Johann Nepomuk von Nussbaum über seinen berühmten Fakultätskollegen

Das Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Ludwig Maximilians-Universität in München besteht noch heute als wissenschaftlich international ausgewiesene Einrichtung. Die Pettenkofer School of Public Health greift Pettenkofers interdisziplinären und systemorientierten Public Health-Ansatz im Dienst der Bevölkerungsgesundheit mit modernen Methoden und Forschungsansätzen auf.  

  • Von Pettenkofer M. Über die Bedeutung der öffentlichen Gesundheitspflege. Tageblatt der 41. Versammlung Frankfurt a.M. 1867; Anhang, S. 11-20
  • Kisskalt K. Max von Pettenkofer. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft m.b.H., Stuttgart 1948
  • Wildner M, Schlipköter U. Max von Pettenkofer (letter). Lancet 2001;357:765
  • Morabia A. Epidemiologic interactions, complexity, and the lonesome death of Max von Pettenkofer. Am J Epidemiol. 2007;166(11):1233-8.
  • Wildner M, Hofman A. Re: "Epidemiologic interactions, complexity, and the lonesome death of Max von Pettenkofer” (letter). American Journal of Epidemiology 2008;168:119-120.

Verfasser: Manfred Wildner, Joseph Kuhn, 06.10.2010

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